Gedankenkaffee

Das Leben kann man nicht retuschieren.

Puh! Ich sehe ein wenig aus wie die Mom von Kim Gloss. Aber nicht wie ich selbst. Das ist eine andere. Keine andere Version von mir, sondern eine andere Frau. Ich bin ein wenig erschrocken. Da ist ganz viel Schein, aber kein Sein. Das mag mich wenig beeindrucken, weil ich mag, wer ich bin. Weil ich das Leben in meinem Gesicht (meist) gut finde und weiß, dass ich so viel mehr bin, als mein Äußeres. Doch was macht es mit denen, die auf weniger Kraft zurückgreifen. Die mit ihrem Äußeren hadern, weil das Innere einfach noch nicht stark genug ist? Was passiert mit denen?

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Schlaflos

Ich bin schlaflos. Nachts liege ich wach, mit müdem Körper und schweren Augen, während mein Hirn vergessen hat, dass ich nicht mehr zwanzig, sondern über vierzig bin. Dass die Party im Kopf nicht mehr Disco sondern Walzer sein darf. Weil sich die Falten nicht nur ins Gesicht, sondern irgendwann auch aufs Gemüt legen. Da hilft auch keine Hyaluron-Maske mehr, keine Anti-Aging-Augenpads oder Gold in Fluid verpackt. Ich bin einfach müde. Innen wie außen.

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Telefonat mit der Vergangenheit.

Das Hamsterrad ist schneller geworden, merke ich. Ich bin nicht ausgestiegen. Ich habe einfach immer weiter getreten und jetzt geht mir langsam die Puste aus. Klingeling, trällert es. Erinnere dich an das, was wirklich zählt. Wer du bist. Was du willst. Sonst rennst du irgendwann an deinem eigenem Leben vorbei. An den Menschen, die du liebst und an der Zeit, die du hast. Ich rücke meine Brille zurecht und meinen Fokus gerade. Jetzt weiß‘ ich’s wieder. Ich atme.

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Ich bin Wähler!

Unsere Zukunft lebenswert machen, dass ist mein Anspruch. Und das fängt für mich im Kleinen an. Bei mir selbst. Ich möchte dass mein Kind friedvoll aufwächst, dass es auch in zwanzig Jahren noch im Meer baden kann und den eigenen Kindern unsere wunderschöne Welt, die Natur und auch Städte zeigen kann. Flora & Fauna. Ohne Atemmaske oder andere, wirklich gewordene Sci-fi-Szenarien. Ich wünsche uns unbegrenzten Zugang zu Bildung und Wissen. Für alle. Mit allen Möglichkeiten. Ich wünsche unseren Kindern ein Schulsystem, dass Fächerübergreifend lehrt. Eines, dass keine Grenzen schafft, sondern die Möglichkeit, immer wieder über die eigene Grenze hinauszuwachsen.

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JETZT: will ich leben!

Ich will nicht perfekt sein. Ich will leben.

Bist du noch da? Liest du noch mit? Überlegst du gerade, ob ich es tatsächlich geschafft habe, aus dem Hamsterrad auszusteigen? Ich will ehrlich sein. Mir bleibt noch ganz oft die Luft weg, vor lauter Strampelei. Vor lauter Dies und Das und Jenes. Doch fast genauso oft, hole ich ganz tief Luft und versuche, mich zurückzuholen. Ins Hier. In das Jetzt. Ich muss nicht alles schaffen. Ich muss nicht jeden Punkt auf meiner To-Do-Liste abhaken. Ich bin ein Mensch. Ich bin nicht perfekt. Denn schlussendlich ist es das, was uns Lebenszeit und Ruhe nimmt. Das Streben nach dem Perfekt sein. Dem immer besser sein. Stop!

Ich halte an. Ich setze mich in Gedanken wieder auf die Wiese zu meiner Tochter und beobachte staunend, was alles zwischen Gänseblümchen und Grashalmen krabbelt. Ich finde neue Geschichten und erzähle diese.

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Du bist mit Abstand am schönsten.

Was ich damit meine? Nun, manchmal tut uns ein bisschen Abstand einfach gut. Ob, um ein Problem differenzierter zu betrachten, dass eigene Handeln zu hinterfragen oder auch zum Schutz. Mit letzterem tun sich viele gerade schwer. Der Abstand zu anderen gelingt uns immer schlechter. Wir wollen berühren, anfassen, spüren. Wir sehnen uns nach Nähe und den Kontakt zu den Menschen, die uns nahestehen. Oder uns näherkommen könnten.

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Der Aluhut steht uns nicht gut.

Es ist die Bäckersfrau, die selbst durch einen Mund-Nasen-Schutz noch lächelt und der Friseur um die Ecke, der mit seinen Wunderhänden und dem neuen Haarschnitt kurz den momentanen Alltag vergessen lässt. Es ist die Postfrau, die noch immer den Hund mit Leckerli locken möchte, obwohl er sie seit Jahren klischeebehaftet anbellt. Es ist die Oma ganz unten im Erdgeschoss, die nicht müde wird uns jeden Morgen einen schönen Tag zu wünschen. Mit weit geöffneten Fensterläden und einem herzlichen Lachen. Ich bin dafür die Herzen weiter zu öffnen, denn diese Welt wird nicht durch Häme, Spott oder Gewalt eine bessere, sondern durch Liebe und Herzlichkeit. Durch Verständnis und Solidarität

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